Räuber Hotzenplotz wird 50 Jahre alt

1. August 2012, 13:46 Uhr

Er stahl der Großmutter die Kaffeemühle, hatte immer sieben Messer dabei und schoss mit Pfeffer um sich: Seit 50 Jahren begeistert Räuber Hotzenplotz seine Leser.

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Ein Gauner, wie er im Buche steht: Mit Pfefferpistole und sieben Messern treibt Räuber Hotzenplotz seit 50 Jahren sein Unwesen. mehr...

1962 erschien der erste Band von Otfried Preußler. Die Geschichte vom Hotzenplotz, der Großmutters Kaffeemühle gestohlen hat, begeistert junge und erwachsene Leser in mittlerweile 30 Sprachen. Im Kinderbuchladen ist der Räuber ein absoluter Klassiker. O-Ton Stefanie Maerz, Kinderbuchladen Libelle „Jeder, der damit aufgewachsen ist, kauft das Buch auch für seine Kinder. Ich glaube wirklich jeder, der das selber hatte früher. Und auch Leute, die das nicht kennen und aber hören, dass es den Räuber Hotzenplotz gibt, kaufen das dann für ihre eigenen Kinder.“ Eigentlich schrieb Autor Preußler über den Räuber, um sich von der Arbeit an Krabat, einem weiteren Klassiker, zu erholen. Die Zerstreuung Hotzenplotz wurde zum Verkaufsschlager. Noch immer gehen die drei Bände jedes Jahr 60.000-mal über den Ladentisch. Begeisterte Leser kennen die Geschichte gut und empfehlen die Bücher weiter. Voxpops „Das war mein Lieblingsbuch, habe ich als Kind gerne gesehen. Vor allem den Kasper und den Seppel wie die Mützen getauscht worden sind und wie sie den Zauberer reingelegt haben mit der Unke und so was noch, abenteuerlich fand ich schon.“ „Alles, sowieso, Märchen früher alles. -Was ist denn so toll am Räuber Hotzenplotz? „Was so toll ist? Die Geschichten von früher einfach, alles. Ja.“ „Klar kenn ich auch den Film dazu. Ich glaube, das war sogar mein erster Kinofilm. Ich hab mich ziemlich gefürchtet im Kino, sagte zumindest meine Schwester, ich konnte mich da gar nicht mehr dran erinnern.“ Das Geheimnis von Preußlers Geschichten: Kinder werden nicht bevormundet, sondern erleben ihre eigenen Abenteuer. O-Ton Stefanie Maerz, Kinderbuchladen Libelle „Das Charmante an der ganzen Geschichte ist es ja, dass jeder Protagonist einen kindlichen Charakter hat. Also niemand eigentlich wirklich die Großmutter beziehungsweise ihre Kaffeemühle da retten kann oder die Kindern, sondern die sich selber retten. Und der Räuber Hotzenplotz ja selber ein Kind im Grunde ist, das alles selber haben will. Und sich dem Kasper und Seppel dementsprechend verhält. Die müssen im Grunde ein größeres Kind besiegen und schaffen das ja dann letztendlich auch.“ Zum 50. Geburtstag ist Hotzenplotz auch im Internet angekommen. Eine Facebook-Seite für den Räuber gibt es schon vom Verlag. Für Mitte August ist auch eine eigene Hotzenplotz-App geplant. Für kleine und für große Fans des Ganoven. Schließen