Newsticker zur US-Wahl zum Nachlesen

7. November 2012, 17:33 Uhr

Kaum wiedergewählt, wollen alle was von Mr. President: Die UN bitten um eine Syrien-Lösung, die Puertoricaner wollen zu den USA gehören. Lesen Sie die Ereignisse im stern.de-Ticker nach.

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+++ 17.32 Uhr: Puerto Rico stimmt für Anschluss an USA +++

Die Bürger von Puerto Rico haben dafür gestimmt, dass ihre Inselgruppe als 51. Bundesstaat vollständig den USA angehören soll. In einem am Dienstag abgehaltenen, nicht bindenden Referendum votierte die Mehrheit der mehr als zwei Millionen Wahlberechtigten für den vollständigen Anschluss an die USA. Die Inselgruppe in der Karibik, die bis 1898 spanische Kolonie war, ist bislang mit den USA assoziiert.

In drei vorherigen Referenden - 1967, 1993 und 1998 - hatten sich die Puertoricaner für die Beibehaltung des bisherigen Status ausgesprochen. Die Bewohner von Puerto Rico haben seit 1917 die US-Staatsbürgerschaft und dienen in den US-Streitkräften, sind in den USA aber nicht wahlberechtigt oder steuerpflichtig.

+++ 17.03 Uhr: Berlin bedauert Beibehaltung der Todesstrafe in Kalifornien +++

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung hat die Beibehaltung der Todesstrafe in Kalifornien bedauert. Bei einer Volksabstimmung hatte dort am Dienstag die Mehrheit für die Möglichkeit weiterer Hinrichtungen gestimmt. "Kalifornien hat damit die Chance verpasst, ein Zeichen für mehr Menschlichkeit zu setzen, so wie es 17 US-Bundesstaaten zuvor bereits getan haben", betonte Markus Löning.

Er forderte US-Präsident Barack Obama auf, sich für die Abschaffung der Todesstrafe in allen US-Staaten einzusetzen und das Gefangenenlager in Guantánamo zu schließen. Mit knapper Mehrheit wurde am Dienstag der Volksentscheid "Proposition 34" zur Abschaffung der Todesstrafe abgelehnt.

+++ 16.33 Uhr: An den Börsen versiegt der Jubel +++

Die Freude über die klare Bestätigung Obamas verpuffte schnell an den US-Börsen. Vor dem Hintergrund neuer Sorgen um das verschuldete Griechenland und Aussagen von EZB-Chef-Mario Draghi, wonach die Euro-Krise nun auch die deutsche Wirtschaft zu belasten beginnt, war die Wiederwahl schnell vergessen.

+++ 15.41 Uhr: Der Papst bittet um Gottes Hilfe +++

Jetzt muss auch noch Gott eingespannt werden: Papst Benedikt XVI. hat US-Präsident Barack Obama zur Wiederwahl gratuliert. Er bete um Gottes Hilfe, Obama in seiner höchsten Verantwortung den USA und der internationalen Gemeinschaft gegenüber beizustehen, so Benedikt. Die Ideale der Freiheit und Gerechtigkeit, die die Gründerväter der Vereinigten Staaten geleitet hätten, sollten weiterhin den Weg der Nation erhellen.

Zu den Erwartungen des Heiligen Stuhls sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi, Obama solle sich vor allem für den Respekt fundamentaler menschlicher und spiritueller Werte einsetzen und eine "Kultur des Lebens und der religiösen Freiheit" fördern. Wenn es um Themen wie Abtreibungen oder die Homo-Ehe geht, sind der Vatikan und der liberale Christ Obama oft gegensätzlicher Meinung.

+++ 14.30 Uhr: Die Taliban melden sich +++

Es gibt Menschen, die können einem den schönsten Tag so richtig vermasseln. Dazu dürfte die Meldung der radikalislamischen Taliban gehören, die sich nach Obamas Wahlsieg äußerten. "Obama muss jetzt wissen, dass sie den Krieg in Afghanistan verloren haben", erklärte Taliban-Sprecher Sabijullah Mudschahid auf der Webseite der Gruppe. "Deshalb müssen sie ohne weitere Lügen und Verzögerungen unser heiliges Land verlassen und sich statt dessen auf ihr eigens Land konzentrieren." Mudschahid warf den USA zudem vor, Kriegsverbrechen begangen zu haben. Die US-Regierung müsse "aufhören, sich wie ein Weltpolizist aufzuführen", fügte er hinzu. Statt dessen sollten die Vereinigten Staaten die Probleme der eigenen Bevölkerung lösen und dafür sorgen, "dass die Welt die Amerikaner nicht noch mehr hasst". Nett, dass sich die Taliban über das US-Image sorgen ...

+++ 14.15 Uhr: Westerwelle guckt im Steakhouse +++

Außenminister Guido Westerwelle hat die Wiederwahl von US-Präsident Barack Obama an ungewöhnlicher Stelle verfolgt - in einem Steakhaus in New York. Der ehemalige FDP-Vorsitzende verbrachte einen Großteil des Wahlabends im "Docks" an der Ecke von Third Avenue und 40. Straße, das außer für Steaks auch für Hummer und Austern bekannt ist. Wie in vielen anderen Restaurants waren an diesem Abend auch dort die Fernseher ausnahmsweise nicht auf Sport, sondern auf Wahl geschaltet.

Außerdem liegt das "Docks" gleich um die Ecke des New Yorker ARD-Studios. So musste Westerwelle kurz vor Mitternacht Ortszeit praktisch nur den Aufzug nehmen, um sich im ARD-"Morgenmagazin" als erstes deutsches Regierungsmitglied zu Obamas Wiederwahl zu äußern. Der Minister hält sich zu einem Besuch bei den Vereinten Nationen (UN) in New York auf.

+++ 14:15 Uhr: Die Bittsteller klopfen an +++

Erst gratulierte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon höflich zur Wiederwahl, dann erinnerte er Obama an die vielen aktuellen Herausforderungen der Weltgemeinschaft. So müssten das Blutvergießen in Syrien gestoppt und der Nahost- Friedensprozess wiederbelebt werden, teilte Ban mit. Auch müssten ein nachhaltiges Wachstum gefördert und die Herausforderungen des Klimawandels bewältigt werden. Er zähle dabei auf das aktive Engagement der USA, betonte der UN-Generalsekretär.

In das Konzert der Bittsteller stimmte auch Pakistans Präsident Asif Ali Zardari ein, der nicht weniger als "Frieden, Sicherheit, Stabilität und Wohlstand" von Obama erwartet.

Der Dalai Lama stellte die Tibet-Frage in den Raum. Er wünscht sich, dass der alte und neue Präsident, eine sowohl für Tibet als auch für China akzeptable Lösung unterstützt.

+++ 13.18 Uhr: SPD formuliert ihre Erwartungen an Obama +++

Damit Barack Obama gar nicht erst in Feierstimmung kommt, hat auch die SPD-Spitze ihre Anforderungen an den 45. Präsidenten der USA gestellt. "Wir sind uns sicher, dass die Vereinigten Staaten von Amerika unter Ihrer Führung weiterhin ein verlässlicher und sehr enger Partner bei der Bewältigung der großen Herausforderungen bleiben", schrieben SPD-Chef Sigmar Gabriel und Kanzlerkandidat Peer Steinbrück an den Wahlsieger. Nicht zuletzt die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise hätten erneut deutlich gemacht, welche Bedeutung die intensive und freundschaftliche transatlantische Zusammenarbeit habe. Aber ein bisschen Raum für warme Worte blieb: "Für die vor Ihnen liegende Amtszeit und Herausforderungen wünschen wir Ihnen Glück, Geschick, weiterhin viel Tatkraft und vor allem Gesundheit", schrieben die beiden Sozialdemokraten.

+++ 13:16 Uhr: US-Wahl verhilft auch Twitter zum Sieg +++

Neben Barack Obama steht ein weiterer Sieger des Wahlabends in den USA fest: der Kurznachrichtendienst Twitter. Der Demokrat nutzte die Webseite dazu, sich noch vor seinem Auftritt in Chicago zum Sieger über seinen Widersacher Mitt Romney zu erklären. "Das habt ihr ermöglicht. Danke", schrieb Obama in einem kurzen Beitrag, als sich in immer mehr Einzelstaaten ein Sieg für ihn abzeichnete. Nach einer weiteren Dankesbotschaft veröffentlichte Obama ein Foto, auf dem er seine Frau Michelle umarmt. Diese Nachricht mit den Worten "Vier weitere Jahre" wurde von anderen Twitter-Nutzern so oft weiterverbreitet wie keine andere in der Geschichte des sozialen Netzes. Bis Mittwoch gab es auf Obamas Account @BarackObama mehr als eine halbe Million solcher sogenannter Retweets.

+++ 13:06 Birma freut sich auf Obama +++

Es dürfte einer seiner ersten Auslandsreisen als frisch wiedergewählter US-Präsident werden: Wie ein birmanischer Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP sagte, wird Obama am 19. November in Rangun erwartet. Dort werde er Präsident Thein Sein und Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi treffen. Das Weiße Haus hat eine Reise nach Birma bisher allerdings nicht bestätigt.

Die USA hatten nach der politischen Öffnung Birmas Ende September eine Aufhebung ihrer Handelssanktionen gegen Birma angekündigt. Mitte Juli lockerte Washington bereits bestimmte Finanzsanktionen.

+++ 12:59: Deutsche Industrie erwartet viel von Obama +++

Die Sanierung des Staatshaushalts ist nach Ansicht der deutschen Industrie die wichtigste Aufgabe des wiedergewählten US-Präsidenten Barack Obama. "Vorrangig ist es, den Staatshaushalt in Ordnung zu bringen und auf mittlere und lange Sicht so zu konsolidieren, dass Verwerfungen auf dem amerikanischen und den internationalen Märkten vermieden werden", sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel, in Berlin. Dabei komme nicht allein dem Präsidenten, sondern auch dem Kongress eine große Verantwortung zu. Dort muss Obama weiterhin mit geteilten Mehrheiten klarkommen.

"Der klare Ausgang der US-Wahlen ist ein Segen mit Blick auf die angeschlagene Weltkonjunktur", sagte Anton Börner vom Außenhandelsverband BGA. Nun sei ein schnelles Umschalten aus dem Wahlkampfmodus nötig. "Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise ist nur durch ein eng abgestimmtes und entschlossenes Handeln aller betroffener Staaten in den Griff zu bekommen."

+++12:18: Post aus Indien +++

Obama zu seiner Wiederwahl gratuliert und ihn aufgefordert, im Kampf um Frieden und Stabilität in der Welt nicht nachzulassen. "Ihr Mandat gibt Ihnen eine historische Möglichkeit, weiterhin sowohl für das Wohl des amerikanischen Volkes als auch für weltweiten Frieden und Fortschritt zu arbeiten", schrieb Singh.

Afghanistans Staatsoberhaupt würde sich über bessere bilaterale Beziehungen freuen, ließ er in Kabul mitteilen.

+++12:11 Uhr: Kongress steuert auf identische Spaltung zu +++

Das US-Repräsentantenhaus wird voraussichtlich fest in der Hand der Republikaner bleiben und weiter auf Konfliktkurs zum demokratischen Präsidenten Barack Obama gehen. Hochrechnungen zufolge dürfte die Sitzverteilung nach der Wahl ähnlich ausfallen wie bisher: Derzeit gibt es 240 Republikaner und 190 Demokraten in der Kammer. Der republikanische Präsident des Repräsentantenhauses, John Boehner, kündigte bei einer Wahlparty an, seine Partei werde auch künftig erbitterten Widerstand gegen Vorstöße der Demokraten für Steuererhöhungen für Wohlhabende leisten.

+++ 12:06 Obama-Oma überglücklich +++

Mit besonderer Begeisterung ist der Wahlsieg von US-Präsident Barack Obama in einem kleinen kenianischen Dorf aufgenommen worden: In Kogelo im Westen des Landes nahm Obamas überglückliche Großmutter Sarah die Glückwünsche von Besuchern entgegen. "Er trat zum zweiten Mal an, und er hat gewonnen", das mache die Wahl so bedeutsam, sagte die vom nächtlichen Wahlmarathon ermattete 90-Jährige. "Der Grund für seinen Sieg ist, Gott hat ihn gegeben." Außerdem verstehe es ihr Enkel, "alle Menschen zu lieben", anstatt zu spalten.

+++ 12:04 : Obama lädt Obama ein +++

Die kleine japanische Hafenstadt Obama bittet ihren berühmten Namensvetter zum Besuch. Obamas Bürgermeister Koji Matsuzaki werde dem alten und neuen Bewohner des Weißen Hauses einen Glückwunsch- und Einladungsbrief senden, sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung. Darin werde er zum Ausdruck bringen, "dass er sich wünscht, dass der Präsident die Welt führt und bei seinem nächsten Besuch in Japan nach Obama kommt". Der US-Präsident selbst machte die Namens-Verwandtschaft mit dem Ort bekannt, dessen Name auf Japanisch "kleiner Strand" bedeutet.

 
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